Auslandssemester in Auckland

Berichte von 08/2009

Samstag, 29.08.2009 Auszeit

Nach langer Zeit komme ich nun endlich mal wieder dazu, einen Blogeintrag zu verfassen. Selbbstverständlich einen ausführlichen. Über den Grund für die kleine Auszeit habe ich ja schon berichtet: Assignments. Drei sind bereits eingereicht, am Montag wird ein viertes fällig und dann muss noch ein wenig vorgearbeitet werden, schießlich geht es am Freitag nach Samoa. Die letzte Woche kann man deshalb tatsächlich als stressig beschreiben. Nachdem ich am Donnerstag eine Präsentation gehalten habe, habe ich mir aber jetzt erstmal eine Auszeit gegönnt. Morgen geht es dann wieder an die Arbeit. Nun aber zu den wichtigen und interessanten Dingen, schließlich ist in der Zwischenzeit einiges passiert.

Letzten Samstag haben wir in einem Trip mit der USU die Waitomo Caves erkundet. Die Waitomo Caves sind ein sehr großes Höhlensystem mit Wasserläufen, durch das man verschiedene Wanderungen oder Rafting Touren machen kann. Für uns war das sogenannte "Black Water Rafting" angesagt. Dabei presst man sich zuerst mal in eine große Wurstpelle, in Englisch "wetsuit" genannt. Die Verwurstung sorgt dafür, dass man beim Rafting nicht allzusehr friert, schließlich ist das Höhlenwasser ziemlich kalt. Nach einer kurzen Fahrt zur Höhle bekam jeder einen großen Schwimmreifen, dessen Benutzung dann in einem einen kleinen Probelauf getestet wurde. Danach ging es in die Höhle, die man teils durchwanderte oder mit seinem Reifen durchschwomm. In jedem Fall ein einzigartiges Erlebnis. Besonders wenn alle ihre an den Helmen befestigten Taschenlampen auschgeschaltet haben, denn dann konnte man die sogenannten "glowworms" (so etwas ähnliches wie Glühwürmer) an der Höhlendecke sehen. Außerdem gab's noch einen Sprung von einem kleinen Wasserfall. Nach anderthalb stunden wurde dann erstmal heiß geduscht, bevor man sich Tomatensuppe und Bagel widmete.

Erste Rafting-VersucheEine Gruppe MenschenwürsteDa ich auf meinem Bild total bescheuert gucke, muss hier mal unsere neuer Zimmerkollege Chad herhalten.

Weniger erfreulich als dieser schöne Ausflug sind die neuesten Entwicklungen im Studentenwohnheim. Neben den Einbrüchen gibt es mittlerweile massive Probleme, was hygienische Aspekte und den grundsätzlichen Service angeht. Mit Milben infizierte Matratzen werden nur widerwillig ausgetauscht, ein das Apartment einer Amerikanerin, die an Meningitis erkrankt ist wurde nicht desinfiziert und in vielen Räumen schimmeln Decken und Wende. Deshalb hat am Freitag zu einer kleinen Protestveranstaltung aufgerufen, bei der den Verantwortlichen sämtliche Probleme zum wiederholten Male und in aller Deutlichkeit vorgetragen wurden. Die Reaktion bleibt abzuwarten, man kann nur auf Besserung hoffen.

Was das Management des Wohnheims falsch macht, macht die USU umso besser. Die hat nämlich am Freitag ein Fußballspiel zwischen den zwei Wohnheimkomplexenorganisiert. Am Ende stand es 9:7 für unser Team mit vier Toren vom Rübenacher Knochenbrecher. Nach der neuseeländischen Rechnung haben wir aber trotzdem verloren, denn es wurde in Dritteln á 20 Minuten gespielt und die gingen 6:1, 1:2 und 2:4 aus, weshalb das gegnersiche Team mit zwei gewonnen Dritteln zum Sieger erklärt wurde. Klingt komisch, ist aber so. Spaß gemacht hat es trotzdem.

Vor dem MatchNach dem ersten Drittel

Für die etwas andere Abwechslung unter der Woche haben meine Zimmerkollegen Mark und Christian gesorgt. Die hatten nämlich am Freitag zu vor nach ein paar Bierchen gewettet, dass sie sich zwei Wochen nur von Rohkost ernähren würden. Wer aufgeben würde müsse dem anderen $ 100 zahlen. Ich ließ natürlich keine Gelegenheit ungenutzt, das Apartment mit leckerem Fleischduft oder Ähnlichem zu füllen. Die ultimative Probe folgte dann am Donnerstag. Auf Julies Idee hin veranstalteten wir in unserem Apartment einen Essen mit selbstgemachten Burgern. Ergebnis der Probe: beide gaben ihr Experiment gleichzeitig genervt auf und aßen auch einen Burger. Die $ 100 konnten sie sich ja dann jeweils sparen. Nachdem ich mir vier Tage lang anhören musste, wie gut doch so eine Diät täte, bekam ich dann zu hören, wie lecker doch so ein Burger sei.

Self-made BurgerMan bemerke Marks neidischen Blick (zu dem Zeitpunkt galt der Diät-Deal noch).

Um trotz der vielen Burger die Fitnessziele nicht aus den Augen zu verlieren, stand heute mal Wandern auf den Programm. Daniela hatte in mühevoller Arbeit verschiedene Tracks herausgesucht und Autos organisiert. Deshalb hieß es heute Morgen dann trotz gestriger Party 8 Uhr aufstehen. Die Wanderwege hier sind einfach unbeschreiblich. Man läuft durch völlig unberührte Natur, in unserem Fall durch ein tiefes Tal mit einem Fluss. Während einige aus der Gruppe wohl eher von einem Sonntagnachmittagspziergang ausgegangen waren und mit profillosen Turnschuhen an den Start gingen, stellte sich bald heraus, dass der Track relativ schwierig zu laufen war. Neben einigen Flussüberquerungen (wohlgemerkt ohne Bücke) ging es oft durch unebenes und rutschiges Gelände. Das führte leider auch zum vorzeitigen Abbruch unseres Trips. Nachdem sich vorher bereits zwei Damen lang gemacht hatten, stürzte ausgerechnet unsere Organisatrin Daniela beim Abstieg von einem steilen Hang und brach sich das Handgelenk, was angesichts des Sturzes sogar noch relativ glimpflich war. Jetzt muss die ärmste für 8 Wochen einen Gips beziehungsweise eine Schiene tragen. Am Ende konnte die tapfere trotzdem schon wieder lachen. Wir werden die Aktion auch auf jeden Fall wiederholen, aber dann bei allen mit angemessenem Schuhwerk.

Natur INatur IINatur III

Heute Abend geht's dann zu einer Hausparty in der Nähe. Das Motto: Cowboys & Indians. Bericht folgt!

Kommentare (1)

Dienstag, 18.08.2009 Von Assignments, Einbrüchen, "District 9" und der Blackforest Gourmet Butchery

Nach einem Monat voller Spiel, Spaß und Spannung, rollt zur Zeit leider die erste Welle von Abgabeterminen für Assignments (Hausarbeiten) auf mich zu. Vier werden nächste Woche fällig, zwei davon mit einer Präsentation. Das habe ich mir ganz ehrlich vorher doch etwas zu neudeutsch "gechillter" vorgestellt. Aber alles hat seine Vor- und Nachteile. Die Arbeit, die jetzt schon erledigt ist, bleibt mir im November erspart. Lediglich eine Prüfung, die auch nur zu 30% in die Endnote des Fachs einfließt, muss ich am Ende des Semesters ablegen. Im Vergleich zu den Prüfungsphasen zu Hause ist das purer Luxus. Außerdem kann ich die Zeit dann sehr gut gebrauchen. Schließlich beginnt im November so langsam der neuseeländische Sommer. Abgesehen davon werde ich heute mein zweites Assignment fertig stellen und habe für die übrigen zwei schon die notwendige Literatur besorgt. Kein Grund zur Sorge also.

Trort der Assignments sollen die schönen Seiten des Auslandsstudiums natürlich nicht zu kurz kommen. Neben dem mittlerweile etablierten Sportprogramm mit Jogging oder Fitnessstudio jeden Tag habe ich mich dem Fußballteam der Unitec angeschlossen. Jeden Mittwoch findet hinter dem campuseigenen Rugbyfeld ein kleines Trainingsspielchen statt und am Freitag stand ein Spiel gegen die Massey University an. Austragungsort war ein topmoderner Kunstrasenplatz neben dem durchaus beindruckendem North Shore Stadium. In einer wahren Wasserschlacht (es regnete bereits seit dem Vormittag Bindfäden) behielt unser Team verdient mit 6:2 die Oberhand. Ein gutes Beispiel für die manchmal abenteuerliche neuseeländische Organisation und Logistik lieferte Schiedsrichter des Spiels. Der hatte wohl keine Lust, zu lange im Regen herumzulaufen, und erschien deshalb erst zur Halbzeit, um sich dann zu allererat nach dem Spielstand zu erkundigen. Komischerweise wurde das Spiel in Halbzeit Zwei dann deutlich ruppiger als es ohne Schiedsrichter in Halbzeit Eins gewesen war.

Für ein besonderes Bonbon nach dem Spiel sorgte Svenska, ein Mitbewohner im Residental Village aus Lichtenstein. Auf dem Heimweg fuhr er nämlich spontan und ohne vorherige Ankündigung bei der Blackforest Gourmet Butchery vorbei, um mich zu überraschen. Das ist ihm auch gelungen. Im selbsternannten "Place for German Sausages" gibt es nämlich unter anderem echte deutsche Würste, Landjäger, Fleischkäse, Sauerkraut, Brötchen und Brezeln. Selbst einem guten deutschen Graubrot konnte ich nicht widerstehen, obwohl ich zu Hause ja eine gesunde Abneigung gegen eine Vielzahl verschiedener Brote hege. Zurück vom Fußballspiel konnte ich meinen Zimmerkollegen dann erstmal kräftig die Nase lang machen. Da ich kein "Minuskumpel" sein möchte, teile ich meine Köstlichkeiten natürlich.

Am Abend des völlig verregneten Tages entschieden wir uns dann für einen Kinobesuch, nachdem wir uns downtown bei Wendy´s mit einem leckeren Menü and anschließend bei Mrs. Higgins mit köstlichen frisch gebackenen Cockies versorgt hatten. Glücklicherweise hatten wir auch bei der Auswahl der Films ein glückliches Händchen. Die südafrikanisch-neuseeländische Co-Produktion "District 9" entpuppte sich als äußerst unterhaltsamer und gleichzeitig sozialkritischer Science-Fiction-Streifen. Wie ich am Sonntagmorgen auf Spiegel-Online erfuhr, sorgt der Film derzeit in den USA für Furore. Da ein deutscher Kinostart zunächst nicht vorgesehen war, kommt der Film in erst im Oktober in die deutschen Kinos. An dieser Stelle sei eine ausdrücklich Empfehlung für den Film ausgesprochen. Wer mehr wissen will, kann sich den Spiegel-Artikel unter diesem Link einmal anschauen.

Die Arbeit am Wochenende wurde lediglich durch einige unangenehme Nachrichten aus den unteren Apartments unterbrochen. Am gesamten Wochenende gab es sechs Einbrüche, Beute waren meistens die Laptops der Studenten. DieCampus-Security scheint nicht in der Lage zu sein, das Problem zu lösen. Den Höhepunkt erreichte die Einbruchswelle am Montagabend, als zwei Männer tatsächlich die Dreistigkeit besaßen in ein Apartment zu rennen, einer Kommilitonin ihr Macbook aus der Hand zu reißen und zu verschwinden. Dazu muss man sagen, dass die Sicherheitsvorkehrungen in neuseeländischen Häusern im Verglich zu deutschen lächerlich sind. Die Fenster lassen sich alle innerhalb kurzer Zeit mit einem Schraubenzieher aushebeln, Türen können ohne Probleme mit Bankkarten geöffnen werden. Als Bewohner im ersten Stock ist man zwar etwas sicherer als im Erdgeschos, aber wirklich sicher fühlt man sich deshalb trotzdem nicht.

Kommentare (2)

Dienstag, 11.08.2009 Rotorua

Es gibt manche Dinge im Leben, die wird man so schnell nicht mehr vergessen. Der Wochenendtrip nach Rotorua gehört sicherlich dazu. Dabei muss man sich vor Augen halten, dass die USU für den gesamten Trip inklusive Übernachtung, Frühstück und Eintritt bei allen besuchten Attraktionen einen Preis von 72€ veranschlagt hat.

Die erste positive Überraschung nach der viertsündigen Anfahrt mit Zwischenstopp bei Kentucky Fried Chicken war das Hotel. Hatten wir doch eine mehr oder weniger heruntergekommene Jugendherberge erwartet, fanden wir ausgesprochen schöne und saubere Apartments inklusive eigenem "Hotspring" auf der Terasse vor. Außerdem gab es noch einen großen Pool in der Mitte der Hotelanlage. Sowohl der Pool als auch die "Hotsprings" wurden mit warmen Quellwasser gespeist. Statt in die Stadt zu gehen verbrachten wir unseren Abend dehalb auch lieber mit unseren eigenen Drinks beim kommunikativen Massenbaden.

Hotspring auf der überdachten Terasse

Am Samstamorgen stand die erste Attraktion auf dem Programm: Zorbing! Beim Zorbing steigt man zu zweit in eine große durchsichtige Gummikugel, die mit warmen Wasser angefüllt und dann einen großen Hügel heruntergerollt wird. Leider ist das Vergnügen recht kurz. Mit 20 € pro Runde ist Zorbing auch nicht gerade billig, aber glücklicherweise war es ja im Preis für den Trip enthalten.

ZorbinghügelUnd ab dafür!Die Kugeln wurden (ohne Inhalt) auf einem Transportband wieder nach oben befördert.

Nach dem Zorbing ging es zurück nach Rotorua, wo wir in einem Park in den Genuss von zahlreichen Schwefelquellen kamen. Sehr interessant, aber auf Dauer doch etwas faulig!

Quellen......gab es in......unterschiedlichen Formen......und Größen.Die neuen Schuhe haben sich schon bezahlt gemacht.

Da unsere Geruchsnerven jetzt schon auf Ekel gepolt waren, lag es nahe, sich nach etwas Essbarem umzuschauen. Glücklicherweise war das Essen im Fat Dog ganz und gar nicht eklig. Während ich mich auf Hühnchenpaninis mit Mango beschränkte, um anschließend noch einen hervorragenden Milkshake zu schlürfen, kamen Christian und Simon einfach nicht um den Fat Dog Bollox Burger herum, der seinem Namen wahrlich alle Ehre machte.

Der Dog Bollox Burger

Nach so viel totem Tier ging es zu den Paradise Valley Springs, wo man sich in einem netten Tierpark davon überzeugen konnte, dass es in Neuseeland auch noch lebende Geschöpfe gibt. Der Großteil des Parks bestand aus einem Wanderweg, an den verschiedene Tiergehege grenzten. Während die meisten Tiere aus Neuseeland stammten und trotz der Gehege in ihrer natürlichen Umgebung waren, muss man sich schon fragen, welchen Sinn es hat, sechs Löwen in einem Gehege von 20 Quadratmetern zu halten. Soetwas haben sie in Neuseeland doch eigentlich gar nicht nötig.

Palmen im Winter (sofern man das Winter nennen kann).Viele Spinnennetze sind beispielhaft für die Unberührtheit der Natur.Herzlich willkommen in den Paradise Valley Springs!Lustige Tiere gibt es hier, sie klingen wie eine Tröte.

Bevor es zum Abendessen und Feiern ins Nachtleben von Rotorua ging, gönnten wir uns noch eine Mütze Schlaf und etwas Entspannung im Hotelpool. Im Pig & Whistle konnte auch ich dem grandiosen Kahuna Burger nicht mehr widerstehen, der noch dazu mit selbstgemachten Fries serviert wurde. Auf dem Rückweg zum Hotel in der Nacht bot sich dann die Chance zum Vergleich mit einem McDonald's Double Cheeseburger, die wir natürlich nicht auslassen konnten. Kurioserweise muss man in Neuseeland nachts auch als Fußgänger über den Drive Thru (in Deutschland bekannt als Drive In, was eigentlich ziemlich unlogisch ist) bestellen. Ergebnis von Stiftung Burgertest: Es lohnt sich, in einen ordentlichen Burger zu investieren!

Stiftung Burgertest ist zufrieden!

Die zahlreichen Burger konnten sich nach kurzer Nacht, in der übrigens auch noch ein Sieg des FCK gefeiert werden musste, bei einem Spaziergang am Blue Lake ihren Weg durch den Darm bahnen. Der Blue Lake eignet sich hervorragend für einen ausführlichen Spaziergang am Seeufer. Wirkte die Natur zu Beginn aufgrund des dichten Nebels fast mystisch, kämpfte sich nach und nach die Sonne durch und wir hatten wie schon am Samstag für den Rest des Tages blauen Himmel und Sonnenschein.

Kanu mit Beiboot?NebelDer Blue LakeSonnenschein im WaldBlick auf den Blue LakeBäume am Seeufer

Sonnenschein konnten wir auch bei unserer nächsten Station, der Gondola, sehr gut gebrauchen. Die Gondola ist eine große Gondelbahn auf einen Berg nahe Rotorua. Oben angekommen hat man die Möglichkeitauf der sogenannten Luge durch die Gegend zu heizen. Die Luge ist eine Art Sommerrodelbahn. Der große Unterschied besteht alledings darin, dass man nicht in einer Röhre, sondern auf kleinen geteerten Straßen fährt. Neben Gas und Bremse verfügt das Gefährt auch über eine Lenkung, sodass man sich auf den engen Wegen heiße Rennen liefern kann. Sicherheitsvorkehrungen gibt es außer einem Helm keine und das, obwohl man auf der Luge doch erhebliche Geschwindigkeiten erreichen kann. In Deutschland wäre soetwas wohl kaum erlaubt. Die ein oder andere enge Kurve wurde dann einigen Kommilitonen auch zum Verhängnis. Nach der Abfahrt wurde man von einem Sessellift wieder zur Gondelstation gefahren. Leider habe ich im Rennfieber vergessen, Fotos von der Luge zu machen.

Den guten Vorsatz, auf der Rückfahrt ein bisschen für meine Assignments zu lesen, musste ich aufgrund eines dringenden Schlafbedürfnisses leider fallen lassen. Dafür war ich am Sonntagabend noch fleißig. Nachdem 1860 München das 2:0 gegen TuS Koblenz geschossen hatte, konnte ich dann auch in der Gewissheit schlafen gehen, in der kommenden Woche nicht von aufmüpfigen Provinzfans via Internet belästigt zu werden. Ein rundum perfektes Wochenende also, an das man sich noch lange und gerne erinnern wird.

Kommentare (1)

Freitag, 07.08.2009 Schwere Entscheidung

"Soll ich's wirklich machen, oder lass ich's lieber sein? Ich mein: Jain!" sangen 1996 schon Fettes Brot und leider gibt es auch 13 Jahre später noch sehr knifflige Entscheidungen. Ein netter Kollege aus dem Residental Village hat nämlich eine Reise nach Samoa geplant und war auf der Suche nach Leuten, die gerne mit ihm fahren würden. Für neun Tage soll der kleine Urlaub im Urlaub alles in allem ungefähr 500 Euro kosten. Da kann man nicht meckern. Der kleine Haken an der Sache: Die Reise liegt mitten im Semester und in der Woche drauf ist eine Hausarbeit fällig. Was also tun?

Nach langer und reiflicher Überlegung habe ich dazu entschlossen mitzufahren. Schließlich ist es ziemlich unwahrscheinlich, dass ich noch einmal die Chance bekomme in diesen kleinen Inselstaat zu reisen. Außerdem findet zu der Zeit ein großes Volksfest in Samoa statt (inklusive Miss-Samoa-Wahl) und die Samoaner sind auf die glorreiche Idee gekommen, ihr Verkehrssystem von Linksverkehr auf Rechtsverkehr umzupolen. Der Tag der Umstellung liegt ebenfalls genau in unserem Reisezeitraum. Das wird sicher lustig.

Ansonsten war die Woche relativ entspannt. Die Arbeit an den Assignments (Hausarbeiten) hat begonnen, schließlich muss ich jetzt ein bisschen Gas geben, damit mit dem Samoa-Trip nichts schief geht. Die Dozenten hatten übrigens kein Problem damit, dass man deswegen mal eine Vorlesung verpasst. Die sind das von internationalen Studenten wahrscheinlich gewohnt.

So, heute muss mal die Würze in der Kürze liegen, ich muss nämlich jetzt los. Rotorua ruft! Dazu dann mehr am Sonntag.

PS: Am Wochenende steht der erste Bundeligaspieltag an. Immer schön die Teufelsdaumen drücken!

Kommentar schreiben

Sonntag, 02.08.2009 Woche III

Lieber Blog!

Wahrscheinlich hast du dich letzte Woche etwas vernachlässigt gefühlt. Zurecht! Viel ist allerdings auch nicht passiert. Montags bis donnerstags kehrt so langsam Routine in die Vorlesungen ein. Leider überkommt einen dabei immer öfter das ungute Gefühl, dass man doch mal mit seinen Hausarbeiten anfangen müsste. Fußballspielen, Joggen gehen und das Fitnessstudio sind da aber doch viel verlockender. Schließlich steht auf dem Rotorua-Trip nächstes Wochenende beim Baden in den heißen Quellen die erste Fleischbeschauung an, da möchte man ja doch gerne in Form sein.

Ein absolutes Highlight unter der Woche waren unsere Einkäufe bei PAK 'N SAVE. PAK 'N SAVE ist ein großer Supermarkt, der ähnlich aufgebaut ist wie ein deutscher Baumarkt oder vielleicht ein Markt von Metro. PAK 'N SAVE ist mit Abstand die günstigste Einkaufsmöglichkeit in der Gegend, dafür ist alles nur in großen Verpackungsmengen erhältlich. Außerdem muss man von unserem Apartment aus doch mindestens 20 Minuten laufen. Dafür wird man mit herrlichen Riesenmuffins für umgerechnet 70 Cent und einer riesigen Fleischtheke belohnt. Außerdem konnte man sich relativ günstig mit Bier für die zwei anstehenden Geburtstage eindecken. Dienstagabend feierte Carina und Donnerstagabend Merve in ihre Geburtstage hinein. Am Mittwoch und am Freitag waren dann jeweils eine Ausnüchterungssession im Fitnessstudio nötig. Eine sehr wirkungsvolle Methode übrigens.

Nach unserem Training am Freitag machten Christian und ich uns zum zweiten Mal zu Real Groovy Records auf und versuchten ein Poster für unseren Mitbewohner zu finden, der morgen Geburtstag hat. Bilanz: neun CDs für 22€; kein Poster. So reichhaltig das CD-Angebot in Auckland ist, so schwierig ist es, auch nur ein Poster mit einem halbwegs vernünftigem Motiv zu finden. Da wird sich unser Mitbewohner wohl mit etwas Flüssigem zufrieden geben müssen. Obwohl Freitagabend ein großes Konzert auf dem Campus stattfand, entschied ich mich für einen gemütlichen Abend im Apartment, den ich dazu nutzen konnte, meinen Semesterbericht für die Studienstiftung anzufertigen. Verpasst habe ich laut meiner Kommilitonen, die beim Konzert gewesen sind, anscheinend recht wenig.

Am Samstag stand ein von der USU organisierter Trip zum Muriwai-Beach an. Der Muriwai-Beach hat neben einem klassischen Strand auch einen felsigen Küstenabschnitt.

Muriwai-BeachMuriwai-BeachMuriwai-BeachMuriwai-BeachMuriwai-BeachMuriwai-Beach

Der hohe Wellengang läd bei gutem Wetter zum Baden ein, aber von gutem Wetter konnte an diesem Tag leider keine Rede sein. Nach trockenem Beginn schickte uns Petrus einige nette Wolkenbrüche, weshalb wir uns schnell eine Überdachung suchen mussten, wo wir die von der USU gesponsorten Brötchen verspeisen konnten. Nach dem anschließendem Besuch in einem Café nutzten wir nochmal eine kleine Regenpause, um uns den felsigen Teil des Strands anzuschauen. Zurück im Residental Village stand Joggen und Einkaufen auf dem Programm, bevor wir es uns im Apartment mit einigen Freunden für einem Filmabend gemütlich machten.

Auch am Sonntag drückte ich mich trotz viel Freizeit erfolgreich vor meinen Hausarbeiten. Nach einem Besuch im Fitnessstudio am Vormittag, saß ich am Nachmittag mit meinem Buch für International Communication Management in der Sonne, um zu lesen. Nach drei Seiten musste ich aber leider schon wieder aufhören. Auf dem Fußballplatz fanden sich einige Jugendliche zu einem kleinen Spielchen zusammen, bei dem der Rübenacher Knochentreter natürlich nicht fehlen durfte. Die Lektüre am Abend wurde dann noch einmal durch ein ausführliches Pizzaessen in großer Runde unterbrochen. Unsere Nachbarn hatten eine Sammelbestellung bei Domino's Pizza organisiert.

So lieber Blog, jetzt bist du erstmal wieder mit allen wichtigen Informationen versorgt. Den nächsten Rückblick bekommst du dann am Donnerstag oder Freitag, bevor es mit der USU nach Rotorua geht.

PS: Da das W-Lan derzeit mal wieder eine Katastrophe ist, muss ich die Bilder bei Gelegenheit nachreichen!

Kommentare (1)